Die JP Morgan hat in ihrem Modellportfolio der globalen Schwellenmärkte die Gewichtung von Polen und Ungarn reduziert. Londoner Analysten der amerikanischen Bankengruppe erklärten, darin äußere sich die Sorge, dass eine Verschlechterung der Lage Griechenlands und anderer Länder an der „Peripherie der Eurozone” ansteckende Wirkung haben könnte.
Im Investorenratgeber „Emerging Markets Today” schreibt JP Morgan aber, die „mittelfristige konstruktive Aussicht” für Polen und Ungarn bleibe unverändert. Experten der Bankengruppe hatten zuvor geäußert, die ungarischen Anstrengungen für finanzwirtschaftliche Konsolidierung könnten Griechenland als Vorbild dienen.
Im November 2009 war ein leichtes Übergewicht empfohlen worden. In Bezug auf Polen wurde dies mit der stabilen zyklischen Erholung begründet. Für Ungarn wurde angeführt, der Kreditspread drücke noch nicht die Verbesserung der Grundlagendaten und das verringerte Risiko bezüglich des Forintkurses aus.
„Mit unserem länderspezifischen Makroausblick liegen wir richtig”, stellt die JP Morgan fest. „Das polnische BIP ist im vierten Quartal 2009 mit 3% (Jahresvergleich) stärker gewachsen als erwartet und der Newsflow hat positiv überrascht.”
Ungarn, so wird hinzugefügt, habe für 2009 einen Leistungsbilanzüberschuss aufzuweisen und mache bei der Konsolidierung seines Haushalts weiter gute Fortschritte. Es wird darauf hingewiesen, dass das Haushaltsdefizit geringer als geplant ausgefallen ist.
Die zunehmenden souveränen Risiken in der Eurozone erzeugten aber auch bei den Schwellenmarkt-Investoren Vorsicht. „Wir meinen deshalb”, so JP Morgan, „dass die Aulandsschulden Polens und Ungarns eher mit „Marktgewichten” einzustufen sind, bis sich die Bedingungen für die Risikomärkte verbessern.
JP Morgan-Analysten haben kürzlich die ungarischen Anstrengungen um Haushaltskonsolidierung als Vorbild für Griechenland empfohlen. Zuvor hatte Fitch Ratings die Note des Eurozonen-Mitglieds Griechenland von A auf BBB herabgestuft. Der Weg des zyklisch bereinigten Primärdefizits Ungarns beinhalte eine durchschnittliche jährliche Verbesserung um drei Prozentpunkte im Verlauf von drei Jahren, was „wahrscheinlich die ehrgeizigste Haushaltskonsolidierung in Europa” darstelle. „Etwa in dieser Größenordnung” müsse sich auch Griechenland einschränken, um seine Finanzen in Ordnung zu bringen.
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