Finanzminister Péter Oszkó hat gegenüber der „Financial Times” erklärt, Ungarn sei nicht mehr auf die finanzielle Unterstützung des Internationalen Währungsfonds angewiesen.
Ungarn sei wieder in der Lage, seine Außenfinanzierung auf reiner Marktbasis zu gewährleisten, sagte der Minister im Interview für die in London erscheinende Wirtschaftszeitung. „Wir brauchen kein IWF-Geld mehr, und ich gehe davon aus, dass Ungarn aufgrund der Fortsetzung seines derzeitigen Kurses auch in Zukunft keine finanzielle Hilfe brauchen wird”, so Oszkó.
Der Minister unterrstrich, dass Ungarn weiterhin von den regelmäßigen Treffen mit IWF-Delegationen profitiere, weil durch sie das Vertrauen der Märkte in die ungarischen Reformbestrebungen gestärkt werde.
Ungarn hat im Oktober 2008 einen Standby-Kredit von 20 Milliarden EUR erhalten, an dem der IWF, die Europäische Union und die Weltbank beteiligt waren.
Seit der Amtsübernahme durch Ministerpräsident Gordon Bajnai im April 2009 habe Ungarn bedeutende Anstrengungen zur Wiederherstellung seiner finanziellen Solidität unternommen, betonte Oszkó. „Wenn Sie unsere Ziele mit unseren Leistungen vergleichen, schneiden wir gut ab”, sagte er. „Wir mussten Wege finden, den Haushalt im Gleichgewicht zu halten ... und gleichzeitig das Wachstumspotenzial zu vergrößern, was nicht einfach ist.”
Der zu Gesprächen mit Investoren des Anleihenmarkts in London weilende Minister sagte der ungarischen Nachrichtenagentur MTI, der Rest des Standby-Kredits könne als Sicherheitsreserve betrachtet werden. Die Regierung plane nicht, in diesem Jahr weitere IWF-Darlehen aufzunehmen. Der im Oktober ablaufende Standby-Kredit von IWF, EU und Weltbank werde nicht verlängert werden müssen, wenn die nach den bevorstehende Wahlen gebildete Regierung den eingeschlagen Haushaltskurs fortsetze und der Markt sehe, dass die Konsolidierung des ungarischen Budgets keine vorübergehende Erscheinung gewesen sei.
Über sein Treffen mit den Anleiheninvestoren gab Oszkó keine detaillierten Auskünfte. Er sagte lediglich, die Gspräche dienten der Einschätzung der Möglichkeiten der Marktfinanzierung.
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